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Erfahrungsbericht Specialized Epic 29

Anlässlich des 2. Sebamed bike days, an dem wir am Sonntag 11.09 in Boppard - Bad Salzig ausstellen werden, haben wir von Specialized eine Reihe Testbikes erhalten. Also Chance nutzen und mal ausprobieren. Ich habe mir gestern mal das Specialized Epic 29 geschnappt und bin damit über den Lahnhöhenweg zurück nach Arenberg gefahren. Nach der Reihe an 29ern bei der TransSchwarzwald, muss man ja wissen was da die Mitbewerber so fahren. Erste Erkenntnis: der Geometrie geschuldet, sitzt man aufrecht und hoch. Es ist aber nicht unangenehm sondern man könnte so vermutlich Tage durch die Gegend kurbeln. Der Lenker ist für meinen Geschmack ultrabreit, aber auch das ist nicht unangenehm. Also Allerheiligenberg hoch und rein in den Wald. Dort zeigt sich dann schon, dass das vielgenannte Überrollen von Hindernissen tatsächlich Realität ist. Kleinere Löcher und Kuhlen werden einfach überrollt und das gesamte Rad rollt ingesamt sehr leicht. Im Vergleich zu meinem 26er Epic von 2004 wirkt alles sehr easy. Es kommt mir so ein bisschen wie S-Klasse-Fahren vor. Alles sehr komfortbetont. Und wenn man einmal Geschwindigkeit aufgenommen hat, rollt man einfach weiter. Das Epic anno 04 ist auf gleicher Strecke gefühlt nicht langsamer, aber man muss definitiv anders oder mehr kurbeln. Die Steigung zur Abbiegung zum Lahnhöhenweg zeigt dann aber die Schwäche des 29er. Der natürliche Feind der Radfahrer, die Berge, ist auch der Feind des 29er. Gefühlt ist es anstrengender ein 29er einen Berg hoch zu drücken als ein 26er.

 

Vermutlich liegt dies zum einen am Gewicht des Laufrades, als auch an der weiter aussenliegenden Masse des Laufrades. Also nachdem ich es doch geschafft habe, geht es über den Lahnhöhenweg weiter. Bergab ist ein 29er schon eine Macht, solange die Wege nicht zu kurvig sind. Größere Brocken auf den Wegen muss man mit einem 29er dann aber genauso umfahren oder überspringen, wie mit einem 26er. Da wären wir widerrum bei einem Punkt, der mir nicht so gefällt. Es ist einfach träger. Ich merke das später nochmal auf der Panzerstraße, wo ich sinnloserweise Slalom fuhr. Aber da merke ich dann etwas, was ich so auch noch nicht kennengelernt habe - das Vorderrad wird eingelenkt und gefühlt kippt alles hinter der Gabel hinterher. Hmm, vermutlich hängt dies dann wohl wieder mit der Geometrie zusammen. Schnell noch über einen Trail, welcher nicht ganz so viel Spass macht wie mit einem 26er und ab nach Hause - bevor ich dank anstehendem Herbs gar nix mehr sah.

Ergo: Ein 29er ist für mich ein sehr komfortables, gut rollendes Bike, welches seine Stärken in Ebenen und bergab hat. Bergauf merkt man die Mehr-Masse gegenüber einem 26er und auf Trails geht wegen der Trägheit ein bisschen der Fun gegenüber einem 26er verloren. Trotz allem mag ich das Konzept direkt. Es ist chillig damit durch den Wald zu cruisen. Vielleicht trifft der Vergleich einer S-Klasse mit einem C63 AMG oder einem Dodge Ram mit einer Viper.

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